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Die Geschichte der Republik Kongo kann in die Epoche vor und während der Kolonie Französisch-Äquatorialafrika, in den Zeitabschnitt von 1960 bis 1992 und in die Zeit nach 1992 bis heute gegliedert werden. In der Vergangenheit der beiden kongolesischen Staaten finden sich einerseits Parallelen, anderseits Unterschiede. Die Bevölkerung beider Länder war von politischen und ethnischen Konflikten sowie Ausbeutung betroffen. Unter den beiden verschiedenen Kolonialherren (Belgien und Frankreich) entwickelten sich die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo in unterschiedliche Richtungen.

Als die Europäer Ende des 15. Jahrhunderts damit begannen, die Mündungsregion des Kongos zu erforschen, existierten auf den Gebieten der heutigen Republik Kongo verschiedene Königreiche, unter anderem das der Kongo. Während Sir Henry Morton Stanley im Auftrag der belgischen Krone das Gebiet des Kongos erforschte und versuchte Ländereien einzuverleiben, erkundete Pierre Savorgnan de Brazza, ein Marineoffizier und Afrikareisender, den Oberlauf des Ogooué und entdeckte dabei das Reich der Teke (Bateke).
Pierre Savorgnan de Brazza und der König der Teke schlossen 1880 ein Protektoratsvertrag. Auf dem abgetretenen Gebiet wurde noch im selben Jahr die Station Brazzaville, die heutige Hauptstadt der Republik Kongo, gegründet. Weitere Verträge mit lokalen Herrschern folgten und vergrößerten das französische Areal, die Grenzen wurden auf der Berliner Kongokonferenz 1884/1885 bestätigt. 1891 erhielt Französisch-Kongo den Status einer autonomen Kolonie und 1903 den Namen Mittelkongo. Frankreich fasste im Jahr 1910 seine Koloniegebiete (heutige Republik Kongo, Gabun, Tschad, Zentralafrikanische Republik) als Französisch-Äquatorialafrika zusammen und erklärte Brazzaville zur Hauptstadt.
Im Zuge des Marokko-Kongo-Abkommens von 1911 trat Frankreich Teile von Französisch- Äquatorialafrika an das Deutsche Reich ab („Neukamerun“ - Zugang zum Kongo) und erhielt hierfür ein Gebiet zwischen den Flüssen Logone und Schari. Die französische Hegemonie über Marokko wurde vom Deutschen Reich anerkannt. Die an Deutschland abgetretenen Gebiete gelangten durch den Versailler Vertrag zurück in französische Hand. Die zwischen 1924 und 1934 errichtete Eisenbahnstrecke von Brazzaville nach Pointe-Noire (gegründet 1883) forderte zahlreiche Todesopfer (kongolesische Zwangsarbeiter). Die kongolesische Bevölkerung litt unter der französischen Vorherrschaft, Kopfsteuern, Zwangsarbeit und weitere Missstände und Gräueltaten waren leider alltäglich. 1940 gliederte sich die Kolonialverwaltung von Französisch-Äquatorialafrika an das von Charles André Joseph Marie de Gaulle geführte Freie Frankreich (Forces Françaises Libres - Freie Französische Streitkräfte) an.
Brazzaville war zeitweise die Hauptstadt des Freien Frankreichs und im Jahr 1944 Schauplatz einer politischen Zusammenkunft. An der Konferenz von Brazzaville nahmen neben Charles de Gaulle die Gouverneure der französischen Kolonien und Vertreter afrikanischer Unabhängigkeitsbewegungen teil. Thema dieser Beratung war die französische Kolonialpolitik und deren Liberalisierung, die Besserung der rechtlichen Stellung der französischen Kolonien sowie die Schaffung einer Französischen Union und die Einbindung der Kolonien in diese. Mittelkongo wird durch die Errichtung der Französischen Union 1946 zum Überseeterritorium und erhält, als die Französische Gemeinschaft 1958 die Französische Union ablöst, innere Selbständigkeit.
Die erste parlamentarische Regierung wird gebildet und Fulbert Youlou, ein ehemaliger Priester, wird Premierminister und Staatspräsident. Fulbert Youlou erklärt als Staatsoberhaupt am 15. August 1960 die Unabhängigkeit der République du Congo.

Bereits vor der Unabhängigkeit existierten regionale Ungleichheiten und Konflikte. Hier standen sich insbesondere der ärmere Norden und der wirtschaftlich überlegene Süden des Landes gegenüber, die unterschiedliche Interessen vertraten. Fulbert Youlou verbot zudem jede Art von Opposition. Politische Instabilität sowie soziale Unruhen prägten seine Amtszeit. Fulbert Youlou wurde von Gewerkschaften und Militär zwischen dem 13. und dem 15. August 1963 während den „Drei Glorreichen Tagen“ gestürzt.
Alphonse Massemba-Débat, bereits Führer der Übergangsregierung, übernahm am 19. Dezember 1963 das Amt des Präsidenten, Ministerpräsident wurde Pascal Lissouba. Unter Alphonse Massemba-Débat wurde das Einparteiensystem (Einheitspartei Mouvement National de la Révolution) eingeführt, Kontakte zu kommunistischen Ländern (Volksrepublik China, Sowjetunion, Kuba, etc.) gepflegt und die Nationale Volksarmee entstand. Ein Putschversuch gegen den Präsidenten Mitte 1966 scheiterte, ein weiterer Putsch 1968 war erfolgreich. Alphonse Massemba-Débat´s Amtszeit endete am 4. September 1968.
Nachdem Alfred Raoul kurzzeitig das Präsidentenamt begleitete, wurde der Militär Marien Ngouabi am 31. Dezember 1968 neuer Präsident. Unter seine Führung entstand die Volksrepublik Kongo und die Verbindungen zur Sowjetunion und zur Volksrepublik China verstärkten sich. Industriebetriebe wurden größtenteils verstaatlicht, vor allen Dingen im Bereich des Wirtschaftssektors des Ölhandel. Der Wirtschaftsboom, der mit dem Erdöl einherging, kam kaum der Bevölkerung zu Gute. Investiert wurde überwiegend in die Erdölindustrie. Die Vernachlässigung der Landwirtschaft hatte eine steigende Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zur Folge. Mehrere Putschversuche kennzeichneten seine Amtszeit. Marien Ngouabi wurde während eines weiteren Aufstandes am 18. März 1977 getötet. Der Militär Joachim-Jacques Yhombi-Opango übernahm am 3. April 1977 die Amtsgeschäfte, wurde jedoch bereits am 5. Februar 1979 wegen Korruptionsvorwürfen und Abweichung von der Parteilinie abgesetzt.
Sein Nachfolger wurde am 8. Februar 1979 Denis Sassou-Nguesso. Die neue Verfassung orientierte sich an der Sowjetunion. Der Verfall der Erdölpreise auf dem Weltmarkt nahm entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaft. 1990 wurde das Mehrparteiensystem eingeführt und zwei Jahre später eine neue Verfassung für die nunmehr Republik Kongo verabschiedet.

Die Auflösung der Nationalversammlung im November 1992 und die umstrittenen Neuwahlen im Mai des folgenden Jahres führten zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Neben den gewalttätigen Unruhen erschwerten ethnische Konflikte die Demokratisierung des Landes. Die Wirtschaft litt unter der angespannten Lage, die hauptsächlich aus Landwirtschaft bestand. Zwar wurde im Dezember 1995 ein Friedensabkommen unterzeichnet, das die Entwaffnung der Milizen vorsah, dieses wurde aber nicht in die Realität umgesetzt.
Für Juli 1997 waren Präsidentschaftswahlen angesetzt, allerdings kam es im Vorfeld in Brazzaville zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen den Milizen von Pascal Lissouba, Denis Sassou-Nguesso und dem Bürgermeister der Hauptstadt Bernard Koléla, die über Monate hinweg anhielten und weite Teile der Hauptstadt zerstörten. Durch die Unterstützung angolanischer Truppen behielt Denis Sassou-Nguesso die Oberhand. Die kongolesische Regierung wurde Mitte Oktober gestürzt, Denis Sassou-Nguesso ist seit dem 25. Oktober 1997 Präsident der Republik Kongo.
Die blutigen Unruhen zwischen den Oppositionellen und der herrschenden Regierung fanden kein Ende. Die Organisation für Afrikanische Einheit und der Präsident von Gabun versuchten zu vermitteln, im Januar 2000 wurde ein Friedensabkommen zwischen Vertretern der Regierung und der Opposition geschlossen. Mehr als 10.000 Menschen fielen dem Bürgerkrieg zum Opfer, rund 800.000 waren auf der Flucht.
Die über 20.000 Milizsoldaten im Land waren nach der Auflösung ihrer Kommandos arbeitslos und stellten ein sicherheitstechnisches Problem dar. Um diesem Herr zu werden, entstand im Herbst 2000 ein Projekt zur Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft. Um die Demokratisierung voran zu treiben wurde der parteiübergreifende Nationale Dialog durch Präsident Denis Sassou-Nguesso im April 2001, unter Vermittlung Gabuns, ins Leben gerufen.
Die neue Verfassung wurde im Januar 2002 durch die Bevölkerung in einem Referendum bestätigt und trat am 09. August in Kraft. Denis Sassou-Nguesso erhielt bei den Präsidentschaftswahlen am 10. März 2002 die Mehrheit und wurde am 14. August vereidigt.
Das Land kam nicht zur Ruhe, die übrig gebliebenen Ninja Milizen lösten 2002 erneut Unruhen aus. Im März 2003 wurde zwischen dem Führer der Ninja Milizen und Vertretern der Regierung ein Friedensabkommen geschlossen, woraufhin Ende April etwa 2300 Milizsoldaten die Waffen niederlegten. Allerdings kam es bereits zu erneuten Auseinandersetzungen zwischen Ninja Milizen und der kongolesischen Armee. Da die Rebellen vor allen Dingen in der Region Pool Stützpunkte unterhalten, ist die Sicherheitslage hier angespannt.
Am 02.10.2005 fanden die Nachwahlen für den Senat statt. Eigentlicher Wahltermin war der 11.02.2002, jedoch wurden auf Grund von Sicherheitsproblemen (Region Pool) nur 60 von insgesamt 66 Senatoren gewählt. Im Jahr 2006 übernahm Denis Sassou-Nguesso den Vorsitz der Afrikanischen Union.

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